Die 10. Klassen machten eine Zeitreise in das Dritte Reich durch einen Ausflug an die KZ-Gedenkstätte Dachau. Am 29. und 30. April waren die 10. Klassen in Dachau um dort mehr über Konzentrationslager, wie sie entstanden und deren Geschichte zu lernen.
Konzentrationslager, oder auch KZ´s oder KZ-Lager, waren Lager, bzw. Gefängnisse, wo das Regime des Dritten Reichs unter Hitlers Führung politische Gegener, "Asoziale" (Sinti und Roma), wie auch sehr bekanntlich Juden verschleppten. Jedoch haben KZ´s zwei Unterkatigorien: Arbeitslager und Vernichtungslager. Ursprünglich wurden in 1933 und weiteren Jahren nur Arbeitslager erbaut und eröffnet um diese "Unmenschen" wieder in die Gessellschaft zu integrieren. Erst später im Rahmen des Holocaust wurden KZ´s explizit als Vernichtungslager erbaut.
Das KZ Dachau wurde 1933 direkt zu Beginn Hitlers Führung eröffnet und als Arbeitslager vorgesehen. In den nächsten Jahren wurde Dachau auch als SS Hauptwache und Ausbildungsstätte genutzt. Dieses KZ war ursprünglich eine Munitionsfabrik im Ersten Weltkrieg, die stillgelegt wurde nach der Niederlage und von dem Regime zum KZ umgebaut wurde. In ihrem Höhepunkt betraf die Fläche des KZ´s 280 Fußballfelder und war für 5.000 Häftlingen konzipiert. Jedoch gegen Ende des Dritten Reiches waren bis zu mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Nach der Befreiung der Inhaftierten von US-Amerikanischen Truppen wurde das Lager in ein Flüchtlingslager umfunktioniert und in die Gemeinschaft integriert. Jedoch in den 1960er als Anerkennung der Taten, die im Dritten Reich geschahen, wurde das KZ-Lager teilweise wieder aufgebaut und als Gedenkstätte eröffnet.
Die eigentliche Fahrt ging um 7 Uhr an der Stadthalle los und 60 Schüler und Schülerinnen, sowie 3 Lehrer nahmen Teil. Die Fahrt von Langen nach Dachau ist 280km lang und dauerte ungefähr 4 Stunden. Um 14 Uhr waren sie dann in Dachau angekommen, wo sie am International Hostel übernachteten.
Doch lange Pause war nicht für die SchülerInnen drinne, weil es um 15 Uhr mit den ersten Workshops los ging. Da wurden die SchülerInnen in drei Gruppen aufgeteilt und versammelten sich in Konferenzräumen mit den jeweiligen Leitern des Workshops. Dieses "Seminar" war dazu gedacht, dass sich die SchülerInnen nochmals mit den geschichtlichen Hintergründen und Ereignissen vertrauten. Es gab einen kurze Zusammenfassung der KZ´s und deren Entstehung, wie auch des Aufstiegs des Nationalsozialismus und Hitlers. Danach schrieben die SchülerInnen ihre Fragen, Erwartungen und Befürchtungen auf separate Zettel. Danach wurden diese Fragen beantwortet und die SchülerInnen auf den Ablauf der Führung vorbereitet.
Am nächsten Tag trafen sich die SchülerInnen um 9 Uhr wieder, um die KZ-Gedenkstätte erstmals zu besichtigen. Es gab eine kurze Führung des Geländes und des Museums auf dem Gelände. Das Museum befindet sich im früheren Hauptgebäude, wo das Anmeldungsbüro, die Küche, wie auch das Bad sich befanden. Die Ausstellung war umfangreich und zeigte viele Aspekte des KZ´s, unteranderem die Umstände der Häftlinge bis zu der Propaganda, die sich um das Lager beziehten.
Nach einer langen Mittagspause in der Jugendherberge waren die SchülerInnen wieder in der KZ-Gedenkstätte und besichtigten die Baracken und Krematorien, die es auf dem Gelände gab. Das KZ Dachau besaß auch eine Gaskammer, welche jedoch nie zur Massenvernichtung eingesetzt wurde. Was jedoch verstärkt in Dachau geschah, waren Häftlingsversuche, welche viele Menschen dort erleiden mussten.
Zuletzt besuchten sie die Evangelische Versöhnungskirche, eine von drei Glaubesgedenkstätten auf dem Gelände, die 1968 eröffnet wurde. Hier kam es stark zum Vorschein, dass nach dem Fall des Regimes noch viel Vorurteile gab. Denn viele Opfergruppen des Drittem Reichs und deren KZ´s waren nicht staatlich anerkannt zur Zeit der Erbauung und Eröffnung der Kirche. Sogenannte "Berufsverbrecher" und "Asoziale" wurden staatlich erst am 13. Februar 2020 als offizielle Opfergruppen anerkannt. Homosexuelle blieben sogar nach dem Fall des Dritten Reichs der straftrechtlichen Verfolgung bis 1994 ausgesetzt. 2002 wurden sie erst rehabilitiert und erst am 27. Januar 2023 offiziel als Opfergruppe anerkannt.

